Warschauer Anaglyphen. Warschau um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert auf 3D-Bildern

Warschauer Anaglyphen. Warschau um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert auf 3D-Bildern.

Wir laden ein zur Ausstellung mit stereoskopischen Bildern von Warschau um die Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert. Autor der Anaglyphen, denen die Sammlung von Robert Marcinkowski zu Grunde lag, ist der verstorbene Krzysztof Jaszczynski. Er war Mitbegründer des Portals Warszawa1939.pl.

Stereoskopische Bilder und Anaglyphen – Fotografien in 3D

Die Stereoskopischen Bilder, also Fotografien, die erst durch die Benutzung einer speziellen Brille dreidimensional betrachtet werden können, wurden ab 1861 weltberühmt. Damals hat der Schriftsteller und Arzt Oliver Wendell Holmes (Senior) ein einfach zu bedienendes Gerät entwickelt, um diese Bilder zu sehen. Diese Neuheit wurde der Weltöffentlichkeit zwar schon 1851 vorgestellt, doch waren jene Stereoskope sehr teuer, schwer und zudem unhandlich.

Nach Einführung des Holm´schen Stereoskops waren schnell weltweit längliche Pappschachteln, auf denen zwei nahezu identische Bilder lagen, im Umlauf. Nachdem der Betrachter diese ins Stereoskop legte, sah er nur eines anstatt zwei Bilder. Voller Begeisterung sah er dieses eine Bild in 3D.

Leider ist es nicht möglich solche Bilder auf einer Ausstellung einer größeren Gruppe Menschen zu zeigen. Die Lösung für dieses Problem ist das Fotoplastikon, welches es ermöglichte, dass 25 Personen gleichzeitig eine Serie von Bildern bewundern konnten.

Eine weitere beliebte Methode dreidimensionale Bilder zu sehen ist die Zusammenlegung von zwei Fotografien zu einem Bild – ein Anaglyph. Die dazu benötigte Brille hat ein rotes und ein blaues Glas. In unserer Sonderausstellung werden solche Bilder genutzt.

Die 3D-Fotografie erfreute sich bis in die 20er Jahre großer Beliebtheit. Abgelöst wurde sie zunächst vom Radio, dann kam das Kino und schließlich das Fernsehen. Die Stereoskope und die Stereoskopie wurden zum Kinderspielzeug herabgestuft und gerieten für Jahrzehnte in Vergessenheit. Doch sie verschwanden nie ganz aus unserem Umfeld. Sie blieben lebendig, in der Wissenschaft, Dank der immer noch funktionierenden Fotoplastikons und Künstler wie Liebhaber, die auf bessere Zeiten warteten.

Wie es scheint, ist diese Zeit endlich gekommen. Die Beliebtheit der 3D-Filme ist nur ein Anzeichen dafür.

Wir laden Sie also ein auf eine Reise durch Warschau aus der Zeit des goldenen Zeitalters der Stereoskopie.

Die Besichtigung ist im Preis für die Dauerausstellung „Warschau – verlorene Perlen der Architektur“ inbegriffen.